Hautkrebsvorsorge

Hautkrebs …

Unter dem Begriff Hautkrebs werden verschiedene Krebserkrankungen der Haut zusammengefasst. Unterschieden werden können der sogenannte „schwarze“ Hautkrebs (auch sog. maligne Melanom) und der „weiße“ Hautkrebs, zu welchem das Basaliom und das Plattenepithelkarzinom gezählt werden.

Hautkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen des Menschen und nimmt weltweit zahlenmäßig zu. Schätzungen der WHO zufolge treten weltweit jedes Jahr zwei bis drei Millionen neue Fälle von weißem Hautkrebs sowie mehr als 250.000 neue Fälle vom malignen Melanom auf. In Österreich erkranken pro Jahr knapp 1500 Menschen an einem malignen Melanom. Jüngste Zahlen weisen darauf hin, dass sich die Zahl der Neuerkrankungen noch erhöhen wird.

Während der weiße Hautkrebs bei rechtzeitiger Diagnose in aller Regel eine gute Prognose hat, ist die frühzeitige Diagnose insbesondere beim malignen Melanom von enormer Wichtigkeit, da hier die Früherkennung der entscheidende Faktor für die Prognose und somit für das Überleben darstellt.

Melanomvorsorge – Früherkennung rettet Leben!

Melanomvorsorge und Früherkennung haben bei der Behandlung meiner Patienten einen großen Stellenwert, da ich jahrelang Melanompatienten während meiner Tätigkeit im AKH Wien betreut und in ihrem Krankheitsverlauf begleitet habe.

Die Früherkennung des malignen Melanoms und die jährliche Vorsorgeuntersuchung beim Hautarzt sind besonders wichtig, da bösartig entartete Muttermale mittels Auflichtmikroskopie rasch erkannt werden können und durch deren operativen Entfernung eine vollständige Heilung gewährleistet werden kann.

Das Auflichtmikroskop (Dermatoskop) ist ähnlich einer Lupe, mit dem man in einer meist 10-fachen Vergrößerung, das Pigment und das Muster von Hautveränderungen wie Muttermalen, aber auch anderer Hauttumoren darstellen und beurteilen kann.

Ein weiterer Weg zur Früherkennung von Melanomen ist die digitale Auflichtmikroskopie. Diese ist insbesondere für Menschen mit vielen Muttermalen geeignet. Bei der digitalen Auflichtmikroskopie wird mittels einer Spezialkamera, eine EDV-gestützte Dokumentation und Bildaufnahme von auffälligen Muttermalen durchgeführt. Bei der nächsten Untersuchung wird eine Vergleichsaufnahme des jeweiligen Muttermales gemacht. Somit kann ein Bildvergleich und eine genaue Aussage zu Größenwachstum und Veränderungen des Pigmentnetzes und des Musters des dokumentierten Muttermales getroffen werden.

  Die Leistung für die digitale Auflichtmikroskopie wird nicht von der Krankenkassa übernommen und muss daher privat gezahlt werden. (Kosten € 180.-)

Ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines malignen Melanoms besteht insbesondere bei: Menschen mit heller Haut und Augenfarbe, Menschen mit rotblonden Haaren, stark sonnenempfindlicher Haut, vielen Sonnenbränden in der Kindheit und im Jugendalter, Menschen mit vielen Muttermalen (> 50) und Fällen von Hautkrebs in der Familie.

Wichtig ist auch, sein eigenes Risiko an Hautkrebs zu erkranken realistisch einschätzen zu können und mittels Selbstkontrolle die Haut selber 2x jährlich zu untersuchen.

Weiterlesen

Die ABCD Regel dient der Beurteilung von Muttermalen:

A-Asymmetrie: ein Melanom wächst stärker in eine Richtung und ist daher oft asymmetrisch
B-Begrenzung: Melanome weisen oft eine zackige und unregelmäßige Begrenzung auf.
C-Colorit: Melanome können verschiedene Farbtöne von braun, schwarz, grau bis rot aufweisen. Gutartige Muttermale zeigen eher ein einheitliches Bild von hell-dunkelbraunen Farbtönen.
D-Durchmesser: Muttermale bleiben eher gleich groß, Melanome zeigen ein Größenwachstum. Bei Muttermalen die größer als 5 mm sind, ist eine Kontrolle beim Hautarzt empfohlen.
E-Enlargement: Melanome wachsen rasch, Muttermale hingegen eher langsam. Warnsignale sind auch Juckreiz, Brennen, ein Fremdkörpergefühl, eine Blutung od. eine Entzündung im Bereich des Muttermals sowie neuentstehende Muttermale.

7 Sonnenregeln

1. Mittagssonne meiden

2. 3xH: Hut, Hemd und Hose schützen vor starker Sonneneinstrahlung

3. Richtiger Sonnenschutz: Creme am besten 30 min. vor dem Sonnenbad auftragen, damit der Sonnenschutz die optimale Wirkung erreicht. Nach 2 Std. wiederholtes Auftragen.

4. Achtung vor indirekter Sonne: auch im Schatten scheint die Sonne mit einer Intensität von bis zu 50%. Im Wasser, Sand oder Schnee ist die Intensität durch Reflexion der Sonnenstrahlen sogar bis zu 85%.

5. Sonnenbrand löschen: bei leichten Rötungen kühlende Produkte aus der Apotheke. Bei starker Rötung oder Blasenbildung unbedingt ärztliche Kontrolle.

6. Achtung bei Medikamenteneinnahme: unter Einnahme mancher Medikamente (z.B. Tetrazyklin-Antibiotika) wird die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöht und und somit auch das Risiko für einen Sonnenbrand.

7. Beobachtung rettet Leben: Selbstkontrolle der Haut kann Leben retten.
1 x jährlich Kontrolle beim Hautarzt

 

Richtige Wahl des Sonnenschutzmittels:
Nur wer sich richtig eincremt, hat einen ausreichenden Schutz.

 

Die EU empfiehlt eine Menge von 6 Teelöffeln anzuwenden: 1TL für Gesicht, 1TL für die Arme, 1TL für Oberkörper, 1 TL für Rücken, je 1 TL für jedes Bein

Wichtig ist, Sonnenschutzmittel an die Bedürfnisse der Haut anzupassen. Für trockene Haut ist eine fettreiche Creme geeignet und für eine Mischhaut eher ein Gel oder Fluid.

Ich empfehle grundsätzlich einen hohen Lichtschutzfaktor LSF 50 mit fotostabilem UVA/UVB Breitbandfilter.

Sonnenschutz für Kinder

Die Haut von Kindern ist sehr empfindlich und kann noch nicht ausreichend bräunen. Daher bekommen Kinder besonders rasch einen Sonnenbrand. Besonders wichtig ist der textile Sonnenschutz mit Kopfbedeckung, langen Ärmeln und Schuhen, welche die Fußrücken vor Sonne schützen. Hände, Nacken, Ohren und Gesicht sollten mit hochpotenten (ausschließlich LSF 50!), mineralischen Sonnenschutzmitteln eingecremt werden. Sonnenbrände in der Kindheit gehen mit einem hohen Risiko einher, später an Hautkrebs zu erkranken.

Das Maligne Melanom („Schwarzer Hautkrebs“)

Ein malignes Melanom entsteht dann, wenn sich Pigmentzellen der Haut beginnen abnormal zu entwickeln und zu wachsen. Das Melanom stellt eine gefährliche Krebsform dar, da es oft früh Absiedelungen (sog. Metastasen) im gesamten Körper bilden kann. Daher ist es, obwohl es nicht den häufigsten Hauttumor darstellt, mit Abstand jedoch die am häufigsten tödlich verlaufende Hautkrebserkrankung.

Ein Melanom kann auf einer unveränderten Hautstelle, in einem vorbestehenden Muttermal, im Bereich des Nagels sowie auch in anderen pigmenttragenden Schleimhäuten (z.B. Hirnhaut od. Augenhintergrund) entstehen.

Das Melanom zeigt meistens einen stadienhaften Verlauf und wächst zunächst in die obersten Hautschichten, zeigt dann einen flächiges und anschließend knotiges Wachstum.

Die Therapie des Melanoms sollte, sofern möglich, durch eine frühzeitige operative Entfernung mit anschließender feingeweblicher Aufarbeitung (histologischer Untersuchung) des Präparates zur Beurteilung der Tumordicke und des Tumorstadiums erfolgen.
Beim metastasierenden Melanom gibt es mittlerweile eine Reihe von vielversprechenden Therapiemöglichkeiten, welche jedoch ausschließlich im ambulanten od. stationären Bereich des Krankenhauses durchgeführt werden.

Melanom
Melanom

Aktinische Keratosen

Aktinische Keratosen, die als Vorstufe des Plattenepithelkarzinoms (Stachelzellkrebs) gelten, entstehen immer im Bereich von Hautstellen, die über Jahre der Sonne ausgesetzt waren (Gesicht, Ohren, Kopfhaut, Dekolleté, Unterarme).

Als Zeichen des chronischen Sonnenschadens, verdickt sich die oberste Hornschicht und wuchert lokal.

Aktinische Keratosen wachsen langsam und treten als kleine rosafarbene bis rote Flecken an der Haut mit rauer Oberfläche auf. Sie können oftmals leichter gefühlt als gesehen werden, z.B. beim Streichen über die Haut. Auch wenn man nur einzelne Veränderungen an der Haut wahrnimmt, so ist in der Regel auch der umliegende Hautbereich von der Zellschädigung betroffen und sollte daher mitbehandelt werden.

Da sich unbehandelte aktinische Keratosen zu einem Plattenepithelkarzinom entwickeln können, ist eine frühzeitige und vor allem konsequente Therapie besonders wichtig.

THERAPIEN:
Kryotherapie
Lokalbehandlung mit immunmodulierenden Cremen
Photodynamische Therapie (pro Behandlung € 350,-)

  Die Leistung für die photodynamische Therapie wird nicht von der Krankenkassa übernommen und muss daher privat gezahlt werden.

Aktinische Keratose
Aktinische Keratose

Photodynamische Therapie (PDT-Therapie)

Im Rahmen einer photodynamischen Therapie wird ein Photosensibilisator in Gelform auf die zu behandelnden Stellen aufgetragen und abgedeckt. Der Photosensibilisator hat die Eigenschaft, sich spezifisch nur in bereits veränderte Zellen einzulagern. Nach einer Einwirkzeit von 3 Stunden werden die behandelten Areale für ca. 10-30 min mit einer Rotlichtlampe beleuchtet. Das Rotlicht aktiviert das aufgebrachte Medikament und die veränderten Zellen bzw. bereits entstandenen Tumorzellen werden zerstört. Es werden somit auch oft nicht sichtbare, aber bereits entartete Zellen zerstört, während die gesunde Haut geschont wird. Während dieser Behandlung kann es zu Schmerzen im Behandlungsgebiet kommen, welche durch zusätzliche Kühlung und Verringerung der Lichtintensität zu lindern sind. Einige Tage nach der Therapie kommt es zu Rötungen, leichten Schwellungen und einem Abschuppen der Haut.

Über einen längeren Zeitraum hinweg, kann sich aufgrund der Anregung der Kollagenneubildung auch ein Verjüngungseffekt der Haut einstellen und die Hautqualität verbessert werden. Nach Durchführung der Therapie ist es wichtig weiterhin regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchzuführen, da aktinische Keratosen und weißer Hautkrebs erneut auftreten können.

Anwendungsbereiche:
Aktinische Keratosen, oberflächlicher weißer Hautkrebs

KOSTEN: Photodynamische Therapie (pro Behandlung): € 350,-

Weißer Hautkrebs (Basaliom, Plattenepithelkarzinom)

Das Basaliom

Das Basaliom ist mit ca. 65-80%, der häufigste Hauttumor und entsteht aus einer bösartigen Neubildung von Zellen der Oberhaut (Epidermis) od. der Haarschäfte.

Es weist zwar ein lokal zerstörerisches Wachstum auf, bildet aber in der Regel keine Absiedelungen im Körper.

Das Basaliom kann verschiedene Formen und Farben annehmen und zeigt sich entweder als kleines erhabenes hautfarben-rötliches Knötchen, als leicht blutende, nicht abheilende Kruste oder als rötlich schuppender Herd.

Eine frühzeitige und gezielte Therapie, ist dahingehend erforderlich um ein lokales Wachstum mit Zerstörung des umliegenden Gewebes zu verhindern.

Oberflächliche Basaliome können mit immunmodulierenden Cremen, Kryotherapie oder mit einer photodynamischen Therapie behandelt werden, bei knotigen Anteilen ist eine chirurgische Entfernung notwendig.

Nach der Operation erfolgt eine feingewebliche Aufarbeitung (Histologische Begutachtung) des Präparates und somit kann festgestellt werden, ob der Tumor im Gesunden entfernt wurde. Eine vollständige Entfernung dieses Tumors im gesunden Gewebe ist gleichbedeutend mit einer Heilung.

THERAPIEN:
Kryotherapie
Lokalbehandlung mit immunmodulierenden Cremen
Photodynamische Therapie
Chirurgische Entfernung
Basaliom
Basaliom

Das Plattenepithelkarzinom (Stachelzellkrebs)

Das Plattenepithelkarzinom stellt nach dem Basaliom den zweithäufigsten Hauttumor dar und entsteht in ca. 10-20% der Fälle aus vorangehenden Sonnenschäden der Haut (sog. aktinischen Keratosen).

Bei dieser Form des Hautkrebs kommt es zur bösartigen Neubildung mit einer verhornenden Komponente der obersten Hautschicht (Epidermis) oder der hautnahen Schleimhäute. Es zeigt sich ein hautfarbener Tumor mit verhornender, rauer Oberfläche, der lokal zerstörend wächst und auch Absiedelungen im Körper bilden kann.

Das Plattenepithelkarzinom der Haut sollte, sofern möglich, operativ entfernt werden. Anschließend erfolgt, wie bei den anderen Hauttumoren, eine feingewebliche Aufarbeitung (histologische Untersuchung) des Präparates zur Beurteilung der Tumordicke und des Tumorstadiums.

Beim metastasierenden Plattenepithelkarzinom gibt es mehrere Therapiemöglichkeiten, welche jedoch ausschließlich im ambulanten od. stationären Bereich des Krankenhauses durchgeführt werden.

Plattenepithelkarzinom
Plattenepithelkarzinom